Bei der Weiterbildung hinkt Deutschland hinterher

20. September 2010

Der ELLI-Index gibt eine Übersicht über die Wichtigkeit lebenslangen Lernens in europäischen Ländern.

Die Bertelsmann-Stiftung hat eine Studie zum Weiterbildungsverhalten der 27 EU-Länder durchgeführt. Daraus entstanden ist der European Lifelong Learning Index (ELLI). Wenn es um Weiterbildung geht, sind die Menschen in den nordeuropäischen Ländern – besonders Dänemark, Schweden, den Niederlanden und Finnland – ganz vorne. Auf den letzten Rängen stehen Länder wie Rumänien oder Griechenland – Deutschland befindet sich mit Platz 10 im Mittelfeld.

Zur Durchführung der ELLI-Befragung wurden 36 Indikatoren festgelegt. Anhand dieser wurde der Vergleich zwischen den teilnehmenden Ländern gezogen. Indikatoren waren in der aktuellen Studie beispielsweise Lernen am Arbeitsplatz und in der Freizeit: „Lernen zu handeln“ bezieht sich auf den Bereich Aus- und Weiterbildung oder „Lernen, das Leben zu gestalten“ auf das selbstständige Lernen für die eigene Entwicklung.

ELLI ergab, dass es in Deutschland im Vergleich zu manch anderen Ländern insbesondere bei der formalen Bildung, bei der betrieblichen Weiterbildung oder auch bei der Bereitschaft, ausreichend Kosten in Aus- und Weiterbildung zu investieren, hapert. So haben beispielsweise im letzten Jahr nur 45 Prozent der deutschen Unternehmen ihren Mitarbeitern Möglichkeiten zur betrieblichen Fortbildung geschaffen. Die Lernangebote im Bereich Freizeit waren jedoch positiv zu bewerten.

Der Vorstand der Bertelsmann Stiftung, Dr. Jörg Dräger, betont, dass Lernen „der beste Garant für Wohlstand, Gesundheit, sozialen Zusammenhalt und Glück“ ist. Das Lernen wird sich seiner Meinung nach stark verändern: Menschen müssen zukünftig früher anfangen zu lernen, anders lernen und auch viel länger lernen.

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