Neue Mitarbeiter werden fast nur noch befristet eingestellt. Unsicherheit und Frust auf Seiten der Arbeitnehmer sind vorprogrammiert.

Obwohl die Wirtschaft nach der Krise wieder deutlich angezogen hat und die Unternehmen optimistisch in die Zukunft blicken, ist die Angst vor erneuten Einbrüchen noch nicht ganz verschwunden. Noch immer werden neue Arbeitsverträge meist erst einmal zeitlich befristet abgeschlossen – manchmal immerhin mit Aussicht auf Verlängerung.

Für die Arbeitnehmer ist das nicht immer befriedigend. Zwar sind Hochschulabsolventen beispielsweise froh, wenn sie nach ihrem Abschluss zügig eine Arbeitsstelle bekommen – dann nehmen sie auch gerne einen zunächst befristeten Job an. Doch vor allem junge Arbeitnehmer (und hier mehrheitlich Frauen) hangeln sich sehr oft von befristeter Stelle zu befristeter Stelle. Eine Situation, die auf Dauer unzufrieden und mürbe macht, weil keine wirkliche (Lebens-)Planung möglich ist.

Jeder zehnte Arbeitsvertrag wird aktuell nur noch befristet abgeschlossen, zumeist auf 24 Monate. Dabei betrifft es nicht nur Minderqualifizierte. Auch Akademiker und Ingenieure müssen oft um eine feste Anstellung bangen. Auf lange Sicht ist das für Unternehmen nicht unbedingt von Vorteil wenn sie ihre Angestellten jeweils befristet anstellen und dann wieder gehen lassen: Mit jedem Mitarbeiter geht auch Wissen und Erfahrung. Darüber hinaus ist die Motivation und Einsatzbereitschaft bei befristet eingestellten Arbeitnehmern oftmals weniger hoch als bei festangestellten.