Bossing: Schikane von oben

13. Dezember 2010

Mobbing findet nicht nur unter Kollegen statt – auch Führungskräfte schikanieren ihre Mitarbeiter.

Wenn ein Vorgesetzter seine Mitarbeiter absichtlich schlecht behandelt und demütigt, sie vor anderen bloßstellt oder ihnen unbezwingbare Berge an Arbeit aufhalst, dann spricht man von „Bossing“. Bossing setzt sich aus den Begriffen „Boss“ und „Mobbing“ zusammen, und bezeichnet systematisches Ausgrenzen von Arbeitnehmern durch Führungskräfte.

Die Gründe solcher Bossing-Angriffe gegenüber Mitarbeitern sind häufig Selbstzweifel, Unsicherheit, Konkurrenzangst, autoritäres Gehabe oder auch Frust des Vorgesetzten. Das angestrebte Ziel ist es, den „Gebossten“ aus der Firma zu vertreiben – und zwar durch dessen eigene Kündigung. Besonders im Öffentlichen Dienst ist das eine beliebte Methode, Untergebene loszuwerden, denen man nicht auf herkömmlichem Wege kündigen kann.

Auswirkungen auf Arbeitnehmer, die in ihrem Arbeitsumfeld derartigen Attacken ausgesetzt sind, können beispielsweise Depressionen, Magengeschwüre, Angstzustände, Herzrasen oder auch Burnout-Symptome sein.

Meistens erfährt der Betroffene erst dann einen Ausweg aus der Situation, wenn er das Unternehmen tatsächlich verlässt. Denn oftmals bringen auch Gespräche mit dem Vorgesetzten oder offene Konfrontation keine Lösung. Weil die oberste Geschäftsführung vom Vorgehen ihrer Führungskräfte häufig nichts mitbekommt, wird in vielen Unternehmen das Thema Bossing nicht zur Sprache gebracht. Dabei liegt laut Experten die Bossing-Quote bei gut 70 Prozent.

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