Immer mehr Menschen werden bei der Arbeit Opfer von krimineller, psychischer oder körperlicher Gewalt.

Die Europäische Agentur für Sicherheit und Gesundheitsschutz am Arbeitsplatz (EU-OSHA) führte eine jüngst veröffentlichte Studie zum Thema „Gewalt und Belästigungen am Arbeitsplatz: die Situation in Europa“ durch. Das Ergebnis ist erschütternd: Zwischen fünf und zwanzig Prozent der europäischen Arbeitnehmer haben bereits Gewalt – sei es psychischer, physischer oder sexueller Natur – erlebt. In Deutschland lag die Zahl bei sechs Prozent. Die meisten gewalttätigen Angriffe passierten bei Unternehmen aus dem Bereich Transport, Handel sowie im Gesundheits- und Sozialwesen.

An der Umfrage nahmen 36.000 Führungskräfte und Arbeitnehmervertreter aus 31 Ländern teil. Durch die Auswertung der Interviews entstand ein interessantes Bild, wie Unternehmen in Europa mit Aspekten wie Mobbing und Gewalt an Mitarbeitern umgehen. Durch die gewonnenen Erkenntnisse werden Vorkehrungen entwickelt, die helfen sollen, dem entgegenzuwirken. Bisher haben laut der Angaben gerade mal 25 Prozent der befragten Unternehmer entsprechende Maßnahmen eingeführt.

Gewalt und Belästigung am Arbeitsplatz, gleich ob sie körperlich oder seelisch zugefügt werden, ist für den Betroffenen ein Angriff auf die Persönlichkeit. Das kann zu extremem Stress und psychischer Belastung führen (Depression, Burnout). Deshalb sollten Betriebe diese Fälle unbedingt ernst nehmen und frühzeitig Konzepte zur Verhinderung solcher Anschläge auf Mitarbeiter ausarbeiten. Auf lange Sicht ist das für Betriebe auch ein wirtschaftlich nicht zu unterschätzender Faktor.