Legasthenie bei Mitarbeitern und Kollegen bleibt häufig unerkannt

11. März 2011

Gut fünf Prozent der deutschen Bevölkerung leiden unter einer Lese-Rechtschreib-Störung.

Laut Schätzung des Bundesverbands Legasthenie und Dyskalkulie e. V. (BLV) haben ungefähr fünf Millionen Deutsche Probleme beim Lesen und Schreiben. Dabei handelt es sich nicht um eine Form von Analphabetismus oder um eine Lese- und Rechtschreib-Schwäche. Vielmehr ist Legasthenie eine Störung, deren Ursache – nach bisherigem Wissenstand – in den Erbanlagen liegt. Legasthenie ist demnach eine Krankheit.

Zwar kann mit speziellen Therapien, insbesondere wenn die Störung im Kindesalter erkannt wird, den Betroffenen bis zu einem gewissen Grad geholfen werden, doch ist die Krankheit nie vollständig heilbar. Dabei sind Legastheniker keinesfalls dumm, im Gegenteil: Sie sind oftmals sogar hochbegabt, können analytisch denken und sind wenig stressanfällig. Bekannte Legastheniker sind beispielsweise Bill Gates, Albert Einstein, Henry Ford oder George W. Bush.

Eine Lese- und Rechtschreib-Störung zu haben ist weitgehend ein Tabu. Legastheniker setzen sich lieber dem Leiden aus, ihr Problem verbergen zu müssen, als offen darüber zu sprechen. Eine Umfrage des BLV im Jahr 2007 ergab, dass kaum ein deutsches Unternehmen sich mit dem Thema Legasthenie bei Mitarbeitern auseinandersetzte. Auch unter Kollegen scheint die Störung selten bemerkt zu werden.

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