Ist Arbeit nur noch Stress?

30. März 2012

Mehr als die Hälfte der deutschen Arbeitnehmer fühlt sich gehetzt und überfordert – das ermittelte die DGB-Index Gute Arbeit GmbH in ihrer Umfrage 2011.

Der Deutsche Gewerkschaftsbund (DGB) untersucht seit 2007 jedes Jahr die Zufriedenheit der Arbeitnehmer in Bezug auf ihre Arbeitsbedingungen. „Arbeitshetze – Arbeitsintensivierung – Entgrenzung“ ist das Thema der aktuellen DGB-Umfrage „Gute Arbeit“. Befragt wurden mehr als 6.000 Berufstätige aus unterschiedlichen Berufszweigen. Der diesjährige Schwerpunkt trifft den Nerv der Zeit – schließlich ist heutzutage in fast jeder Branche die Rede von Arbeitsstress und Überforderung.

Die Ergebnisse der DGB-Studie machen diese Entwicklung nochmals deutlich: So fühlten sich 21 Prozent der Beschäftigten „sehr häufig“ und 31 Prozent „oft“ gehetzt und unter Zeitdruck, Frauen etwas mehr als Männer. Zudem haben insgesamt 63 Prozent den Eindruck, dass sie in gleicher Zeit immer mehr Aufgaben erledigen müssen. Auch hiervon sind insbesondere Frauen (mit 47 Prozent) sowie Arbeitnehmer unter 26 Jahre beziehungsweise über 46 Jahre (je 42 Prozent) betroffen.

15 Prozent der Befragten gaben an, auch nach Feierabend oder am Wochenende „sehr häufig“ beziehungsweise „oft“ per E-Mail oder Telefon für ihren Arbeitgeber erreichbar zu sein. Das gedankliche Nicht-Abschalten-Können nach der Arbeit stellt für 34 Prozent der Beschäftigten eine Belastung dar. Je älter die Teilnehmer, desto stärker sind sie auch nach der Arbeit gedanklich noch im Job.

Überstunden standen bei 67 Prozent der Befragten auf der Tagesordnung. Für 22 Prozent waren fünf bis neun, für neun Prozent sogar 15 zusätzliche Arbeitsstunden in der Woche keine Ausnahme. Auch gesundheitliche Probleme waren für die Hälfte der Studienteilnehmer kein Grund, der Arbeit fern zu bleiben. 49 Prozent gaben an, im Laufe eines Jahres mindestens zweimal arbeiten gegangen zu sein, obwohl sie sich „richtig krank fühlten“.

investor relations