Wenn Mitarbeiter Alkoholprobleme haben

30. April 2012

Bevor einem Arbeitnehmer wegen Alkoholkonsums während der Arbeit gekündigt wird, müssen die begleitenden Umstände zunächst genau geprüft werden.

Laut der Online-Selbsthilfegruppe A-Connect e. V. befinden sich von 100 Arbeitnehmern „etwa zehn bis zwölf Personen mit ihrem Alkoholkonsum im gesundheitsgefährdenden Bereich“. Häufig wird das weder von Kollegen noch von Vorgesetzten bemerkt – oder es wird jahrelang stillschweigend hingenommen. Doch Alkoholkonsum von Mitarbeitern hat für Unternehmen schwerwiegende Folgen, wenn dadurch Arbeitsunfälle oder Störungen der Betriebsabläufe entstehen.

Ein Vorgesetzter sollte auf entsprechende Hinweise von Alkoholmissbrauch, wie zum Beispiel häufige Abwesenheit, eine erhöhte Fehlerquote sowie Leistungsschwankungen, Nervosität oder auffälliges Verhalten eines Mitarbeiters, zügig reagieren. Ein Gespräch unter vier Augen, bei dem der oder die Betroffene direkt auf Problematik angesprochen wird, ist ein erster Schritt. Wichtig ist, dass die Person nicht verbal angegriffen oder verurteilt wird – die Alkoholsucht ist eine Krankheit, für die Betroffene nicht angeprangert werden sollten.

Eine Kündigung darf in diesem Falle nicht vorschnell ausgesprochen werden. Sollte eine krankheitsbedingte Kündigung nicht möglich sein, kann eine personenbedingte Kündigung erst dann erfolgen, wenn sich zeigt, dass eine therapeutische Behandlung keinen Erfolg bringt. Denn ein Arbeitnehmer, der alkoholkrank ist, sich aber bereit erklärt, sein Problem durch eine Therapiemaßnahme anzugehen, hat das Recht, weiterbeschäftigt zu werden.

investor relations