Laut einer Studie kosten chronisch kranke Arbeitnehmer deutsche Unternehmen jährlich Beträge im zweistelligen Milliardenbereich.

Die Bertelsmann-Stiftung führte zusammen mit dem Beratungsunternehmen Booz & Co. eine Studie durch, welche die Auswirkungen chronischer Krankheiten auf die Volkswirtschaft betrachtet. Das Ergebnis der Studie Effekte einer gesteigerten Therapietreue macht deutlich, dass dringender Handlungsbedarf besteht: Deutsche Unternehmen machen in einem Jahr zwischen 21 und 26 Milliarden Euro Verlust, weil ihre chronisch kranken Mitarbeiter nicht ausreichend begleitet und behandelt werden.

Deutsche Arbeitnehmer leiden laut Studie hauptsächlich an Bluthochdruck, Rückenschmerzen, Asthma, Depressionen und Arthritis. Würden die Betroffenen von ihrem Arbeitgeber hinsichtlich Therapien unterstützt, ließen sich laut Bertelsmann und Booz fast 27 Prozent der krankheitsbedingten Ausfälle vermeiden. Die Unterstützung müsste zum Beispiel in Form von Maßnahmen zur Krankheits-Behandlung und -Bewältigung erfolgen, die Unternehmen in Zusammenarbeit mit den Krankenkassen anbieten.

„Therapietreue“ heißt das Stichwort in diesem Kontext. Arbeitgeber werden – nicht zuletzt aufgrund der demographischen Entwicklung – zunehmend mit chronisch kranken Mitarbeitern konfrontiert werden. Es wird eine wichtige Aufgabe sein, betroffene Arbeitnehmer mit individuellen Programmen zu begleiten und dadurch ihre Arbeitskraft zu erhalten. Nur dann kann die deutsche Volkswirtschaft langfristig wettbewerbsfähig bleiben, so das Fazit der Studie von Bertelsmann und Booz.