Übernahme von Studiengebühren durch den Arbeitgeber kann lohnsteuerfrei sein

8. August 2012

Liegt bei einem arbeitgeberfinanziertem Studium überwiegend eigenbetriebliches Interesse vor, zählen Studiengebühren nicht zum Arbeitslohn und sind somit nicht steuerpflichtig.

Einnahmen aus Arbeitsverhältnissen sind grundsätzlich lohnsteuerpflichtig. Dem ist nicht so, wenn der Arbeitgeber Aufwendungen im überwiegend eigenbetrieblichen Interesse trägt. Nach Auffassung der Finanzverwaltung überwiegt das eigenbetriebliche Interesse des Arbeitgebers dann, wenn er Studiengebühren im Rahmen eines Ausbildungsverhältnisses direkt an eine Schule oder Hochschule zahlt – zum Beispiel beim Dualen Studium.

Damit die Übernahme der Studiengebühren durch den Arbeitgeber für den Arbeitnehmer im Ausbildungsverhältnis steuerfrei ist, muss dies im Arbeitsvertrag stehen. Ferner muss es dem Arbeitgeber möglich sein, die Kosten für die Ausbildung ganz oder teilweise zurückzufordern, sofern der Arbeitnehmer innerhalb von zwei Jahren nach Abschluss des Studiums kündigt.

Liegt kein Ausbildungsverhältnis vor, so sind übernommene Studienkosten auch ohne Rückforderungsklausel nicht als Arbeitslohn zu behandeln, wenn das eigenbetriebliche Interesse des Arbeitgebers überwiegt. Dies ist beispielsweise dann der Fall, wenn der Arbeitgeber die Übernahme der Kosten vorab zugesagt hat oder Studienzeiten teilweise auf die Arbeitszeiten angerechnet werden.

Das Bundesfinanzministerium (BMF) nimmt in seinem Schreiben vom 13. April 2012 Stellung zur lohnsteuerlichen Behandlung von Studiengebühren, die der Arbeitgeber für ein berufsbegleitendes Studium übernommen hat, und stellt ein Prüfschema zur Verfügung.

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