Mindestens ein Drittel der Arbeitnehmer in Deutschland ist chronisch krank

24. August 2012

Nicht alle Betroffenen, die unter einer dauerhaften Krankheit leiden, informieren Vorgesetzte und Kollegen. Doch tun sie sich und ihrem Arbeitgeber damit einen Gefallen?

Sie versuchen es zu verheimlichen und schleppen sich auch an schlechten Tagen zur Arbeit: Aus Angst vor Unverständnis vonseiten des Arbeitgebers, einem weniger anspruchsvollen Aufgabengebiet oder gar der Kündigung behalten chronisch kranke Arbeitnehmer ihre Krankheit am Arbeitsplatz lieber für sich. Verpflichtet, den Arbeitgeber über eine chronische Erkrankung zu informieren, sind Angestellte oder Bewerber nur in Ausnahmefällen.

Die Unfallkasse Post und Telekom schreibt in ihrem Artikel Chronisch Kranke im Beruf: Mehr als ein Zipperlein, dass „zwischen einem Drittel und der Hälfte der deutschen Arbeitnehmer ... unter einer chronischen Erkrankung“ leiden. Die meisten davon an Herz-Kreislauf-Störungen, Skelett-, Atemwegs- oder Stoffwechselkrankheiten. Gerade auch psychische Beschwerden, Diabetes oder Krebs nehmen zu.

Chronisch krank zu sein bedeutet nicht zwingend, dass diese Menschen weniger leistungsfähig sind als ihre gesunden Kollegen. Ein Arbeitgeber kann, in Zusammenarbeit mit dem Betriebsarzt und dem betroffenen Mitarbeiter, Maßnahmen entwickeln, die den reibungslosen Arbeitsablauf des Kranken gewährleisten. Ob das kürzere Arbeitszeiten sind, häufigere Pausen, die Bereitstellung arbeitstechnischer Hilfsmittel oder eine Umschulung, ist abhängig von der jeweiligen Erkrankung und deren Ausprägung.

Wichtig ist, dass Arbeitnehmer, die unter einer chronischen Krankheit leiden, die Gewissheit und das Vertrauen haben können, bei ihrem Vorgesetzten Verständnis und Unterstützung zu bekommen. Denn nur so werden sie den Mut aufbringen, ehrlich damit umzugehen. Mitarbeiter, die arbeiten gehen, obwohl sie sich nicht wohl fühlen, schaden dem Unternehmen in vielerlei Hinsicht mehr, als wenn sie daheim bleiben und sich schonen. Für den Betroffenen nimmt ein offener Umgang mit der chronischen Krankheit, auch gegenüber den Kollegen, viel Unsicherheit und psychischen Druck.

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