Lernen im Gefängnis

28. Januar 2013

Strafgefangene können die Zeit hinter Gittern sinnvoll nutzen, indem sie einen Schulabschluss, eine Ausbildung oder sogar ein Studium absolvieren.

Die Bertelsmann Stiftung ermittelte anhand ihrer Studie „Unzureichende Bildung: Folgekosten durch Kriminalität“ aus dem Jahr 2010, dass es einen Zusammenhang zwischen niedrigem Bildungsstand und Kriminalvergehen in Deutschland gibt. 17,4 Prozent der verurteilten Straftäter hatten laut Studienergebnisse keinen Schulabschluss, knapp 46 Prozent nur einen Hauptschulabschluss.

Damit straffällig gewordene Menschen nach ihrer Entlassung aus dem Gefängnis nicht wieder auf die schiefe Bahn geraten, gibt es daher immer mehr präventive Bildungsprogramme. Angefangen bei Alphabetisierungskursen haben die Gefangenen auch die Möglichkeit, ihren Haupt-, Realschulabschluss oder ihr Abitur zu machen. Selbst Berufsausbildungen und Fernstudiengänge werden angeboten.

Dazu wurden in manchen Justizvollzugsanstalten (JVA) bereits komplette Bildungszentren eingerichtet. Gelernt wird unter anderem mit dem Computer. Durch die Lernplattform elis (E-Learning im Strafvollzug) stehen den Lernenden über 200 verschiedene Programme zur schulischen und beruflichen Bildung sowie für Medien-, Sozial- und Alltagskompetenzen zur Verfügung.

Die Lernangebote sollen der Bildung und Resozialisierung dienen. Ziel ist es, den Strafgegangenen später den Start in ein sinnvolles Leben in Freiheit zu erleichtern und Rückfälle zu vermeiden. Lernen ist im Gefängnis die Alternative zur Arbeit – eins von beidem ist Pflicht.

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