Nur fünf Prozent der deutschen Führungskräfte arbeiten Teilzeit

17. Mai 2013

Europäische Manager entscheiden sich eher selten für eine wöchentliche Arbeitszeit unter 30 Stunden. Schuld daran ist laut WZB nicht zuletzt die Arbeitskultur.

Auch wenn Teilzeitarbeit von Beschäftigten in den meisten europäischen Ländern verbreitet ist, findet sie im Bereich der Managementetagen eher selten statt. In Deutschland arbeiten gerade mal fünf Prozent der Führungskräfte in Teilzeit. Das entspricht dem Mittelfeld in Europa. An der Spitze stehen die Niederlande mit zwölf Prozent. Das Schlusslicht bilden die Slowakische Republik, Litauen oder Griechenland mit zwei Prozent.

Die Gründe für die Unterschiede in der Akzeptanz und Inanspruchnahme einer wöchentlichen Arbeitszeit unter 30 Stunden, liegen häufig bei den gelernten Rollenverteilungen. In manchen Ländern Europas herrscht noch immer die Idee vor, dass eine Frau die Kinder versorgt und zu Hause ist, und der Mann arbeiten geht. Jedoch auch in Ländern, in denen sehr lange Arbeitszeiten von Führungskräften erwartet werden, sind diese nicht unbedingt in Teilzeit beschäftigt.

In Deutschland sind 16,2 Prozent der teilzeitarbeitenden Führungskräfte weiblich und nur 1,2 Prozent männlich. Tätig sind die Managerinnen und Manager mit stundenreduzierter Arbeitszeit hierzulande vor allem im Bereich Bildung, Gesundheit oder öffentliche Verwaltung. In vielen Ländern würden Führungskräfte ihre Arbeitszeit gerne reduzieren – um mindestens fünf Stunden pro Woche. In Deutschland allerdings möchten das nur gut fünf Prozent der Personen mit Führungsaufgaben.

Das Wissenschaftszentrum Berlin für Sozialforschung (WZB) hat eine Studie zum Thema Management und Teilzeitarbeit – Wunsch und Wirklichkeit durchgeführt. Dabei wurde untersucht, wie in den einzelnen europäischen Staaten mit Arbeitsreduzierung umgegangen wird.

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