Mitarbeitergespräche mithilfe gewaltfreier Kommunikation

7. Oktober 2013

Marshall B. Rosenberg entwickelte ein Kommunikationsmodell, das sich beim Führen eines Mitarbeitergesprächs als durchaus dienlich erweisen könnte: Gewaltfreie Kommunikation (GfK).

Gewaltfreie Kommunikation (GfK) meint einen Kommunikationsprozess, der die Handlungs- und Entscheidungskompetenz der Gesprächspartner erhöht. GfK ist jederzeit einsetzbar: Im ganz normalen Alltagsgeschehen, innerhalb der Familie oder unter Freunden, wie auch in anspruchsvollen Beratungssituationen, die Krisenmanagement, Konfliktbereinigung oder Mediation verlangen. Im Rahmen von Mitarbeitergesprächen kann diese Methode als lenkendes Element dienen.

Im Wesentlichen handelt es sich bei GfK um ein vierstufiges Modell. Hier ein Beispiel, dargestellt anhand eines Mitarbeitergesprächs:

  1. Beobachtung
    Für den Vorgesetzten bedeutet das, seinem Mitarbeiter zunächst seine Beobachtungen zu schildern, möglichst frei von Werturteilen.
     
  2. Gefühl
    Erst im zweiten Schritt kommt die Darstellung des subjektiven Empfindens hinzu. Das beobachtete Verhalten hat Gefühle ausgelöst und die gilt es nun zu benennen. Dabei ist es ganz wichtig zu akzeptieren, dass die Gefühle, so diffus oder unangenehm sie auch sein mögen, in jedermanns eigener Verantwortung liegen. Das Gegenüber hat sie nicht verursacht. In der GfK wird zwischen Auslöser und Verursacher unterschieden. Das bedeutet, jeder Mensch „macht“ seine Gefühle selbst. Für das Gespräch bedeutet das, in Ich-Botschaften zu formulieren. Kritik, Verurteilung und Analyse sind nicht das Ziel.
     
  3. Bedürfnis
    Anschließend benennt der Vorgesetzte seine Bedürfnisse, im Rahmen des Gesprächsthemas. Dazu zählen Werte wie zum Beispiel Ordnung, Pünktlichkeit oder Verständnis.
     
  4. Bitte
    Ein Satz zum Abschluss ummantelt eine konkret formulierte und im Jetzt verankerte Bitte, nach dem Prinzip „Was kann der andere für mich tun, damit es mir jetzt besser geht?“.
     

Ein Gesprächseinstieg nach diesem Muster kann auch stark konfliktträchtige Themen aufgreifen, ohne, dass sich der Gegenüber angegriffen fühlt. Eine Lösung gelingt damit sicherlich leichter. Marshall B. Rosenberg beschreibt in seinem Buch Gewaltfreie Kommunikation – Eine Sprache des Lebens wie diese Methode in verschiedenen Bereichen angewendet werden kann, sei es im Berufs- oder im Privatleben.

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