Trotz dem geltenden Gleichbehandlungsgrundsatzes, kann der Arbeitgeber, wenn er sich aufgrund des Freiwilligkeitsvorbehalts für Sonderzahlungen (z.B. Weihnachtsgeld) entschieden hat, die zusätzliche Leistung unterschiedlich gestalten. Voraussetzung ist, dass diese Art von Ungleichbehandlung sachlichen Kriterien entspricht. So kann beispielsweise ein Grund für unterschiedliche Weihnachtsgelder die Arbeitsleistung der Mitarbeiter sein – denn wer mehr für das Unternehmen leistet, hat auch mehr Belohnung verdient. Damit diese Ungleichbehandlung der Mitarbeiter jedoch nicht angreifbar und für alle Beteiligten nachvollziehbar ist, empfiehlt es sich für Arbeitgeber ein transparentes Bewertungssystem anzuwenden.

Ein weiterer Anlass zur individuell gestalteten Sonderzahlung kann auch die Dauer der Betriebszugehörigkeit sein. Die Staffelung für die Sonderzahlung nach Betriebszugehörigkeit kann der Arbeitgeber selbst festlegen. Wichtig ist hierbei, dass keine Ausnahmen gemacht werden und die Regel für alle Mitarbeiter gilt.
Wer nach Arbeitnehmergruppen unterschiedliche Sonderzahlungen leistet, muss beachten, dass die Differenzierung nach Alter, Geschlecht oder nach Gruppengröße strikt verboten ist. Auch bei Teilzeitkräften ist Vorsicht geboten. Das Teilzeit- und Befristungsgesetz (§4 Absatz 1 TzBfG) gibt vor, dass in Teilzeit arbeitende Mitarbeiter nicht schlechter behandelt werden dürfen als vergleichbare Vollzeitarbeitskräfte. Mitarbeiter in Teilzeit dürfen daher nicht vom Weihnachtsgeld ausgeschlossen werden, die Sonderzahlung muss lediglich an die reduzierten Arbeitsstunden angepasst werden.