Grundsätzlich ist der Mindestlohn auch für Bereitschaftszeiten zu zahlen. Das entschied das Bundesarbeitsgericht (BAG) in einem aktuellen Urteil. 

Die Richter des BAG urteilten wie folgt: „Der gesetzliche Mindestlohn ist für jede geleistete Arbeitsstunde zu zahlen. Zur vergütungspflichtigen Arbeit rechnen auch Bereitschaftszeiten, während derer sich der Arbeitnehmer an einem vom Arbeitgeber bestimmten Ort – innerhalb oder außerhalb des Betriebs – bereithalten muss, um bei Bedarf die Arbeit aufzunehmen.“

Dennoch gilt: Auch wenn es sich bei dem Urteil um eine grundsätzliche Entscheidung handelt, kommt es letzten Endes auf die Ausgestaltung des Arbeit- oder Tarifvertrags an. Im Beispielsfall eines Rettungssanitäters wiesen die Richter die Klage ab, da sein Bruttolohn insgesamt – selbst unter Einbeziehung der Bereitschaftszeiten – deutlich über dem gesetzlichen Mindestlohn von derzeit 8,50 Euro liegt. Somit seien alle Ansprüche erfüllt.