Wenn die innere Uhr den Dienstplan erstellt

4. September 2017

Wissenschaftler der Universität Groningen bestätigen: Das Arbeiten nach der eigenen inneren Uhr führt zu mehr Produktivität.

Wer kennt sie nicht, die Lerchen (Frühaufsteher) und die Eulen (Langschläfer, die erst spät müde werden)? Der eigene Schlaf-Wach-Rhythmus – die innere Uhr – läuft in einem angeborenen Takt, der sich im Laufe des Lebens verändern kann.

Wissenschaftler der Universität Groningen, die sich unter anderem mit dem Einfluss der Arbeitswelt auf die innere Uhr des Menschen befassen, haben herausgefunden, dass die innere Uhr mitunter eine Rolle bei der Berufswahl vieler Arbeitnehmer spielt. So sind beispielsweise Bäcker und Lehrer in der Regel Lerchen. Die Wissenschaftler gehen sogar noch einen Schritt weiter – sie raten dazu, den Aufwachrhythmus nach der inneren Uhr zu gestalten, wichtige Termine oder Jobs in der persönlichen Hochleistungsphase zu verrichten und befürworten individuell angepasste Arbeitszeiten für berufstätige Lerchen und Eulen. Davon, so die Wissenschaftler, profitieren nicht nur die Arbeitnehmer, sondern auch die Unternehmen.

Wer durch Schichtdienste außerhalb des biologischen Schlaf-Wach-Rhythmus arbeitet (medizinisches Fachpersonal oder Fahrer im öffentlichen Nahverkehr), gefährdet zudem die Gesundheit. Schichtarbeiter haben, im Vergleich zu Arbeitnehmern mit gewöhnlichen Arbeitszeiten, ein erhöhtes Risiko an Herz-Kreislauf-Erkrankungen und Krebs zu erkranken. Viele Betriebsärzte sind sich dessen bereits bewusst und versuchen geeignete Dienstplan-Modelle in den Unternehmen umzusetzen.

Unabhängig von der inneren Uhr jedoch gilt: Ein produktiver und gesunder Arbeitstag beginnt mit ausreichend Schlaf in der Nacht zuvor, so die Wissenschaftler der Universität Groningen.

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