Arbeitnehmerüberlassungsgesetz Änderungen ab April 2017

Die Änderungen des neuen Arbeitnehmerüberlassungsgesetz, die sogenannte AÜG-Reform, zum April 2017 bringen wichtige Neuerungen in Hinblick auf Leiharbeitsverhältnisse mit sich. Die wichtigsten Punkte sind für Personaldienstleister, entleihende Unternehmen sowie nicht zuletzt für in der Zeitarbeit beschäftigte Arbeitnehmer von zentraler Bedeutung.

AÜG-Reform

Neue Regeln für die Arbeitnehmerüberlassung

Der Bundesrat hat Ende November 2016 dem neuen Arbeitnehmerüberlassungsgesetz (AÜG) zugestimmt. Am 21. Oktober wurde das 'Gesetz zur Regelung der Arbeitnehmerüberlassung' schließlich im Bundestag verabschiedet. Am 1. April 2017 ist die AÜG-Reform in Kraft getreten. Zwei Kernelemente für 'Zeitarbeitsverhältnisse' (der Gesetzgeber verwendet den Begriff Leiharbeit - erfahren Sie mehr den Unterschied zwischen 'Zeitarbeit' und 'Leiharbeit') in Deutschland sind von zentraler Bedeutung: die Einführung einer Höchstüberlassungsdauer von 18 Monaten und Equal Pay nach 9 Monaten.

Der Gesetzgeber hat tarifliche Erweiterungsspielräume für die Zeiträume von 18 beziehungsweise 9 Monaten vorgesehen.

Die wesentlichen Punkte des Arbeitnehmerüberlassungsgesetzes:

1. Höchstüberlassungsdauer
2. Equal Pay
3. Kennzeichnungs- und Konkretisierungspflicht
4. Streikeinsatzverbot

Das neue 'Gesetz zur Regelung der Arbeitnehmerüberlassung'

In diesem kurzen AÜG-Info-Video erklären wir die wesentlichen Änderungen des Arbeitnehmerüberlassungsgesetz: Höchstüberlassungsdauer, Equal Pay nach 9 Monaten, die Kennzeichnungs- und Konkretisierungspflicht sowie das Streikeinsatzverbot.

Überblick AÜG-Reform

Das sollten Unternehmen beachten

Höchstüberlassungsdauer

Die Höchstüberlassungsdauer sieht vor, dass ein Zeitarbeitnehmer nur noch für die Dauer von 18 Monaten an denselben Kunden überlassen werden darf. Die vor dem Inkrafttreten angefallenen Überlassungszeiten werden nicht betrachtet. Stichtag für den Beginn des Fristenlaufs ist der 1. April 2017.

Equal Pay

Equal Pay nach neun Monaten greift, wenn ein Zeitarbeitstarifvertrag angewendet wird und der Zeitarbeitnehmer ununterbrochen an denselben Kunden überlassen wird. Vor dem Inkrafttreten des Gesetzes angefallene Einsatzzeiten werden nicht gezählt. Stichtag für den Beginn des Fristenlaufs ist der 1. April 2017.

Sanktionen bei Verstoß

Das neue Arbeitnehmerüberlassungsgesetz sieht Sanktionen bei Verstoß für das Zeitarbeitsunternehmen, das Kundenunternehmen und auch Folgen für den Zeitarbeitnehmer vor.

Kennzeichnungs- und Konkretisierungspflicht

Der Vertrag zwischen Zeitarbeitsunternehmen und dem Kundenbetrieb muss ausdrücklich als Arbeitnehmerüberlassungsvertrag bezeichnet werden. Der Zeitarbeitnehmer muss dabei namentlich genannt werden.

Streikeinsatzverbot

Das Gesetz beinhaltet ein an den Kunden gerichtetes Verbot Zeitarbeitnehmer tätig werden zu lassen, wenn das entleihende Unternehmen unmittelbar von einem Arbeitskampf, also einem Streik, betroffen ist.

 

Gesetzesänderung

Die wichtigsten Fakten zur Gesetzesänderung in einer Übersicht zum Download.

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