Was tun Beschäftigte, wenn sie mit ihrem Job unzufrieden sind? Eine Auswertung des Randstad Arbeitsbarometers 2026 zeigt deutliche Unterschiede zwischen den Generationen. Vor allem Gen Z und Millennials geben häufiger an, bereits mit konkreten Schritten auf Unzufriedenheit reagiert zu haben – von Forderungen an die Arbeitgeber bis hin zur beruflichen Neuorientierung.
Die wichtigsten Ergebnisse im Überblick
- 62 % der Gen Z haben aufgrund von Unzufriedenheit bereits nach einem neuen Job gesucht (Millennials: 56 %; Gen X: 53 %; Babyboomern: 43 %).
- Wegen fehlender Karriere- und Aufstiegsmöglichkeiten haben 45 % der Gen Z bereits gekündigt (Millennials: 35 %; Gen X 14 %; Babyboomer 10 %).
- Einen Wechsel ihrer Führungskraft haben 43 % der Gen Z eingefordert, gegenüber 6 % der Babyboomer (Millennials: 26 %; Gen X: 15 %).
- 46 % der Gen Z haben ihre Produktivität aufgrund von Unzufriedenheit bereits reduziert. Bei den Millennials sind es 36 %, bei Gen X 26 % und bei den Babyboomern 10 %.
Von Neuorientierung bis Veränderungswunsch
Die Unterschiede zeigen sich nicht nur beim Jobwechsel. Jüngere Beschäftigte versuchen auch häufiger, etwas an ihrer Arbeitssituation zu verändern. 58 % der Gen Z haben bei Unzufriedenheit bereits flexiblere Arbeitsbedingungen eingefordert, bei den Millennials taten dies 53 %. In der Gen X trifft das auf 40 % zu, bei den Babyboomern auf 31 %.
Besonders groß ist die Differenz beim Thema Führung: Während 43 % der Gen Z schon einmal die Auswechslung ihrer Führungskraft verlangt haben, sind bisher nur 6 % der Babyboomer diesen Schritt gegangen. Gleichzeitig fällt auch der Rückzug aus der Arbeit bei den jüngeren Generationen stärker aus: Fast jeder Zweite aus der Gen Z hat die eigene Produktivität aus Unzufriedenheit bereits einmal reduziert. Bei den Babyboomern gilt das nur für jeden Zehnten.
Jüngere Generationen empfinden Arbeitsumgebung seltener als inspirierend
Einen zusätzlichen Hinweis liefert der Blick auf die wahrgenommene Arbeitskultur. Auf die Frage, welche drei Begriffe den eigenen Arbeitsplatz am besten beschreiben, wählen jüngere Beschäftigte seltener „unterstützend“ oder „inspirierend“. „Unterstützend“ nennen 28 % der Gen Z und 23 % der Millennials, gegenüber 39 % der Gen X und 44 % der Babyboomer. Beim Begriff „inspirierend“ zeigt sich ein ähnliches Bild: 17 % der Gen Z und 21 % der Millennials wählen ihn, bei Gen X sind es 31 % und bei den Babyboomern 35 %.
„Wenn die Gen Z Probleme anspricht oder Konsequenzen zieht, ist das kein überzogenes Anspruchsdenken, sondern ein klarer Realitäts-Check für Unternehmen”, sagt Verena Menne, Director Human Resources DACH Randstad. „Junge Beschäftigte wollen gestalten und erwarten Führung auf Augenhöhe – sie nehmen unpassende Rahmenbedingungen nicht mehr einfach hin. Führungskräfte dürfen hier nicht abwarten, bis die Kündigung auf dem Tisch liegt. Es geht darum, früh Haltung zu zeigen, Erwartungen offen abzugleichen und Spannungen aktiv anzusprechen, bevor daraus Frust oder Dienst nach Vorschrift wird.“
Über das Randstad Arbeitsbarometer
Das Randstad Arbeitsbarometer wurde 2003 eingeführt und deckt inzwischen 35 Länder auf der ganzen Welt ab. Die Studie erscheint einmal jährlich und macht sowohl nationale als auch globale Trends auf dem Arbeitsmarkt sichtbar. Verschiedene Pulse Surveys in ausgewählten Ländern ergänzen im Jahresverlauf das Randstad Arbeitsbarometer mit Einblicken in aktuelle Entwicklungen. Die Befragung wird online unter Arbeitnehmern im Alter von 18 bis 67 Jahren durchgeführt, erwerbstätig oder Einzelunternehmer sind, oder arbeitslos, aber eine künftige Beschäftigung anstreben. Die Mindeststichprobengröße beträgt 250 Interviews pro Land. Jetzt mehr über das Randstad Arbeitsbarometer erfahren!