Das ifo Institut befragt im Auftrag von Randstad Deutschland regelmäßig bis zu 1000 Personalleiter in Deutschland. 26 % der Betriebe planen, den Einsatz von Zusatz- oder Ersatzpersonal auf Basis befristeter Verträge zu steigern - mehr als eine Verdopplung zum Vorjahr. Das zeigt die Randstad-ifo-HR-Befragung für das dritte Quartal 2026.
Die zentralen Ergebnisse:
- 26 % der Unternehmen wollen den Einsatz befristeter Verträge steigern – im Vorjahr waren es nur 12 %
- 56 % planen einen gleichbleibenden Einsatz, 18 % wollen Befristungen reduzieren
- Aktuell nutzen 30 % der Unternehmen befristete Verträge, bei Großunternehmen sind es 59 %.
Befristete Beschäftigung besonders in großen Unternehmen verbreitet
Bereits heute setzt knapp jedes dritte Unternehmen auf Zusatz- oder Ersatzpersonal mit befristeten Verträgen. Besonders verbreitet ist das Instrument in größeren Unternehmen: 59 % der Großunternehmen ab 500 Beschäftigten nutzen Befristungen, bei Kleinunternehmen mit bis zu 49 Beschäftigten sind es 20 %. Auch Zeitarbeit kommt als Flexibilisierungsinstrument mit zunehmender Unternehmensgröße häufiger zum Einsatz. Während sie insgesamt 22 % der befragten Unternehmen nutzen, ist es bei Großunternehmen bereits jedes zweite Unternehmen.
Geplante Reformen: Vier Jahre Befristung könnten Personalstrategien verändern
Nach geltendem Recht sind sachgrundlose Befristungen grundsätzlich für bis zu zwei Jahre möglich; innerhalb dieses Zeitraums darf ein Vertrag höchstens dreimal verlängert werden. Die Bundesregierung hat in ihrem Reformpaket im Juli 2026 angekündigt, die maximale Dauer sachgrundloser Befristungen auf bis zu 48 Monate auszuweiten und innerhalb dieses Zeitraums bis zu sechs Verlängerungen zu ermöglichen.
„Wer den gesetzlichen Spielraum für sachgrundlose Befristungen von zwei auf vier Jahre erweitert, verändert damit auch die Anreize für Unternehmen“, sagt Susanne Wißfeld, Geschäftsführerin Business Innovation & Concepts bei Randstad Deutschland.
„Das kann dazu führen, dass bestehender Flexibilitätsbedarf künftig noch stärker über Befristungen gedeckt wird, ohne dass dadurch nachhaltige Beschäftigung entsteht. Wer eine Arbeitskraft vier Jahre lang benötigt, deckt keinen vorübergehenden Engpass ab, sondern eine strukturelle Daueraufgabe. Die Ausweitung verleitet Unternehmen dazu, grundsätzliche Entscheidungen in der Personalplanung durch juristische Behelfskonstrukte zu ersetzen, anstatt auf echte HR-Strategien für tatsächliche Auftragsspitzen zu setzen. Eine Reform sollte deshalb nicht nur daran gemessen werden, ob sie Unternehmen mehr Spielraum verschafft, sondern auch daran, welche Auswirkungen sie auf den Arbeitsmarkt insgesamt hat.“
Über die Randstad-ifo-HR-Befragung
Die vorgestellten Ergebnisse stammen aus der Randstad-ifo-HR-Befragung, die quartalsweise durch das ifo-Institut im Auftrag des Personaldienstleisters Randstad durchgeführt wird. Sie erschien bisher unter dem Namen Randstad-ifo-Personalleiterbefragung. Die Studie befragt 500 bis 1000 Personalverantwortliche in deutschen Unternehmen unterschiedlicher Größe und Branchen. Die bisherigen Randstad-ifo-HR-Befragungen (bzw. vormals Personalleiterbefragungen) finden Sie auf unserer Webseite. Jetzt Randstad-ifo-HR-Befragungen ansehen.