Randstad Report „Tech-Talente im Wandel: Teams für das KI-Zeitalter aufstellen”
Während Künstliche Intelligenz (KI) zunehmend Aufgaben automatisiert, bauen viele Unternehmen ihre Tech-Teams aus. Das zeigt der neue Randstad Tech Talent Report 2026: Auch in Deutschland stockt eine deutliche Mehrheit der befragten Unternehmen ihr Tech-Personal aufgrund von KI auf, wenn auch seltener als im internationalen Vergleich. Gleichzeitig verändern sich die Anforderungen an Tech-Fachkräfte – und der Wettbewerb um qualifizierte Talente bleibt hoch.
Die wichtigsten Ergebnisse im Überblick:
- 76 % der befragten Unternehmen in Deutschland bauen aufgrund von KI ihre Tech-Teams aus (global: 86 %).
- 61 % haben größere Schwierigkeiten, Tech-Fachkräfte mit Kommunikations- und Stakeholder-Management-Skills zu finden als solche mit rein technischen Kompetenzen (global: 61 %).
- 48 % haben bereits Fachkräfte direkt aus Unternehmen der Tech-Branche übernommen (global: 55 %).
Dabei sehen sie im Einsatz von KI nicht nur Möglichkeiten zur Automatisierung. Die befragten Unternehmen geben im Zusammenhang mit dem Ausbau ihrer Tech-Teams auch an, dass es ihnen durch KI möglich ist, bestehende Dienstleistungen auszuweiten und neue Umsatzpotenziale zu erschließen. Dafür benötigen sie Fachkräfte, die neue Anwendungen entwickeln, in bestehende Prozesse integrieren und ihren Einsatz begleiten. Trotz zunehmender Automatisierung entstehen so neue Aufgaben und zusätzliche Anforderungen an die Tech-Belegschaft.
Tech-Entlassungen erleichtern Recruiting, doch hohe Gehaltsvorstellungen bleiben Hürde
Knapp die Hälfte der befragten Unternehmen hat bereits Fachkräfte eingestellt, die zuvor bei Unternehmen aus der Tech-Branche beschäftigt waren. Besonders häufig berichten dies Unternehmen aus dem Banken- und Finanzsektor (71 %), dem Gesundheitswesen (67 %) sowie aus Automotive, Luftfahrt und Verteidigung (57 %). Dennoch bleibt der Wettbewerb um qualifiziertes Personal hoch. In Deutschland sehen 43 % der Befragten hohe Gehaltsvorstellungen der verfügbaren Tech-Talente weiterhin als wesentliche Hürde für die Einstellung – im internationalen Vergleich sind es nur 36 %. Gleichzeitig geben hierzulande 59 % der befragten Arbeitgeber an, regelmäßig gute Tech-Fachkräfte an besser zahlende Wettbewerber zu verlieren (global: 59 %).
Kommunikations-Skills werden zum Engpass
Mit dem verstärkten Einsatz von KI verändert sich auch der Bedarf an Kompetenzen innerhalb der Tech-Teams. Denn Fachkräfte müssen zunehmend zwischen Technologie und den Anforderungen verschiedener Unternehmensbereiche vermitteln, technische Entscheidungen erklären und mögliche Risiken beurteilen können. In der Rangfolge von Fähigkeiten, die für Unternehmen derzeit besonders schwer zu finden sind, stehen KI-Auditing, Datenethik und der Umgang mit algorithmisch bedingten Verzerrungen (algorithmic bias mitigation) an erster Stelle (22 %). Es folgen bereichsübergreifende Führung und Management komplexer Projekte (21 %). Kompetenzen wie kritisches Denken, kreative Problemlösung und Kommunikation stehen mit 17 % an dritter Stelle. Gleichzeitig sagen sechs von zehn Unternehmen, dass Tech-Fachkräfte mit ausgeprägten Kommunikations- und Stakeholder-Management-Skills schwerer zu finden sind als Mitarbeitende mit rein technischen Kompetenzen.
„Unternehmen, die KI erfolgreich einsetzen wollen, brauchen nicht nur Menschen, die programmieren können“, sagt Robert Bhuiyan, Senior Director Market Leadership Professional Talent Solution bei Randstad Deutschland. „Sie brauchen außerdem Fachkräfte, die in der Lage sind zu beurteilen, welchen konkreten Nutzen eine Anwendung für das Unternehmen hat, wo Risiken liegen und wie sie in bestehende Arbeitsabläufe passt. Diese Verbindung aus technischem Wissen, Urteilsvermögen und Kommunikation ist besonders gefragt und entsprechend schwer zu finden. Unternehmen sollten deshalb nicht nur auf die Suche nach neuen Fachkräften setzen, sondern diese Kompetenzen auch in ihren bestehenden Teams entwickeln.“
Über den Randstad Tech Talent Report 2026
Der Randstad Tech Talent Report 2026 „Tech Talent in Transition: Building the AI-ready Workforce“ basiert auf Primär- und Sekundärforschung. Für die Primärstudie wurden in der ersten Augusthälfte 2026 insgesamt 1.100 Führungskräfte und Entscheider aus Wirtschaft und Technologie in elf Märkten befragt: in Australien, Belgien, Frankreich, Deutschland, Indien, Italien, Japan, den Niederlanden, Spanien, dem Vereinigten Königreich und den USA. Pro Markt nahmen 100 für Personalplanung und die Strategie für digitale Fachkräfte verantwortliche Entscheider teil. Für die Stichprobenziehung wurde Evalueserve eingesetzt. Die im August 2026 von Randstad Market Intelligence durchgeführte Sekundäranalyse umfasst Daten aus mehr als 20 Millionen Stellenanzeigen und rund 100 Millionen Kandidatenprofilen.