Klimaneutral fahren und reisen: Bis 2030 will Randstad Deutschland seinen Fuhrpark auf E-Autos umstellen. Der Wechsel zur E-Mobilität ist Teil der „Net Zero“ Strategie. Welche Chancen sie bietet, erläutert Hans Christian Bauer, Director Group Legal & Procurement von Randstad Deutschland, im Interview.

Randstad hat sich weltweit das Ziel gesetzt, bis 2050 klimaneutral zu sein und bereits bis 2030 seine Emissionen zu halbieren. Welche Rolle spielt dabei die E-Mobilität?

Die Elektromobilität ist ein zentraler Bestandteil unserer Nachhaltigkeitsstrategie „Road to NetZero“. Sie zählt als Maßnahme zum Klimaschutz zu den Sustainable Development Goals der Vereinten Nationen, an denen wir uns mit unserer Nachhaltigkeitsstrategie orientieren. In der Mobilität, also dem Reisen im und für den Beruf, liegt großes ökologisches Potenzial. Wir verbrauchen weniger CO2, sparen Energie und Kosten.

Als Bestandteil unserer „Road to Net Zero“ planen wir, unsere gesamte Fahrzeugflotte auf E-Antrieb umzustellen. Die ersten Schritte haben wir bereits erfolgreich begonnen. Die Resonanz bei unseren Mitarbeitenden ist sehr positiv, der Wille und die Bereitschaft, die E-Mobilität gemeinsam umzusetzen, ist groß. 

Wo steht Randstad aktuell?

Unser Ziel ist eine signifikante Reduzierung der Emissionen, die mit unseren Firmenfahrzeugen verbunden sind. Dies beinhaltet die Einführung von emissionsarmen und elektrischen Fahrzeugen (EVs) sowie die Nutzung nachhaltiger Transportmöglichkeiten. Randstad stellt, wo möglich, auf Elektrofahrzeuge und andere effizientere Fahrzeuge um.

Der Fuhrpark von Randstad umfasst europaweit derzeit rund 10.000 Fahrzeuge. Bei Randstad Deutschland sind momentan insgesamt 1.309 Autos im Einsatz. Derzeit liegt der Anteil von E-Autos in Deutschland bei rund 235 Pkws.

Weltweit ist die Anzahl der Firmenwagen in unserer Flotte leicht gestiegen, was auch zu einem Anstieg der gefahrenen Kilometer führte. Es gelang uns jedoch, den Anteil nachhaltiger Fahrzeuge in unserer Flotte auf 29 % im Jahr 2025 zu erhöhen (2024: 21 %). Im Jahr 2025 betrugen die CO2e-Emissionen pro gefahrenen Kilometer 0,00011 Tonnen (2024: 0,00011). Unsere niederländische Konzern-Holding hat bereits auf E-Antrieb umgestellt. Von diesen Erfahrungswerten profitieren wir auf unserem Weg hin zu Net Zero.

Welche Schritte folgen auf dem Weg zur E-Mobilität?

In Deutschland setzen wir auf ein Stufen-Modell. Seit 2023 können Mitarbeitende, die zur Nutzung von Firmenfahrzeugen berechtigt sind, ein E-Modell aus dem Fuhrpark-Angebot auswählen. Ab 2024 haben wir die Auswahl der Verbrenner sukzessive reduziert und Modelle mit einem maximalen Ausstoß von 140g C02 pro Kilometer angeboten. Seit 2026 bieten wir hauptsächlich/vorwiegend E-Autos an. So werden wir unter Berücksichtigung der Lieferfristen unser Ziel einhalten.

Wie lohnt sich ein E-Auto für Mitarbeitende?

Unser Mobilitätskonzept bringt unseren Mitarbeitenden Vorteile, nicht nur was die Kosten angeht. Es bietet auch Flexibilität. So bieten Firmenfahrzeuge mit E-Antrieb zum einen steuerliche Vorteile im Vergleich zu Verbrennern. Zum anderen funktioniert das Laden dank einer stationären Ladestation, der Wall-Box, von zu Hause aus. Mit der Wall-Box können Nutzer ihr Auto aufladen und die private und berufliche Nutzung ihres E-Autos einstellen. Randstad beteiligt sich an den Kosten für eine solche Wall-Box. Unterwegs funktioniert das Aufladen mit einer Ladekarte für öffentliche Ladestationen. Da sich das Versorgungsnetzwerk in Deutschland in den kommenden Jahren weiter vergrößern wird, wird sich die Nutzung von E-Autos vereinfachen.

Welche weiteren Maßnahmen ergreifen Sie im Bereich der E-Mobilität?

Wir bieten unseren Mitarbeitenden einen Mix an Möglichkeiten, wie sie in ihrem beruflichen Alltag nachhaltig von A nach B kommen können. Als Alternative zum Firmenfahrzeug bieten wir die Bahncard 100 an. Auch das Reisen mit dem öffentlichen Personennahverkehr unterstützen wir, indem wir das Netto-Fahrgeld tragen. Zudem sind derzeit über 350 E-Bikes in der Nutzung, die wir im Rahmen unseres Pool-Managements zur Verfügung stellen. Die Räder können statt Bahn, Bus oder Auto als Gehaltsumwandlung in Anspruch genommen werden.

Unsere NetZero-Strategie ist ganzheitlich angelegt. Sie umfasst die Mobilität, aber auch die Infrastruktur und wichtige Bereiche unseres Kerngeschäfts. Unsere Standorte sind bewusst so gewählt, dass sie aufgrund ihrer zentralen Lage gut zu erreichen sind. Und mit unserem Homeoffice-Angebot reduzieren wir die Fahrwege zusätzlich. Diesen Ansatz verfolgen wir auch bei Geschäftsreisen – klimaneutral per Bahn und nur in strikten Ausnahmen per Flugzeug. Und wir tun noch mehr: Im Großen, bei der grünen Bestromung unserer Büros oder der Kooperation mit klimaaktiven Lieferanten, sowie im Kleinen, beispielsweise bei der Vermeidung von Papier. Wir arbeiten kontinuierlich daran, unser Engagement auszuweiten. Dabei spielen unsere Mitarbeitenden eine entscheidende Rolle. Wir motivieren und unterstützen unsere Kolleginnen und Kollegen dabei, sich mit eigenen Ideen und Initiativen einzubringen.

Warum ist die Elektromobilität ein Must-Have für Arbeitgeber?

Unser Mobilitätskonzept ist ein wichtiges Investment in unsere Zukunft als Unternehmen. Unsere Net Zero-Maßnahmen dienen einem großen Ziel: Der besseren Ressourceneffizienz. Deshalb verfolgen wir eine ganzheitliche Strategie, die von E-Autos bis hin zur Bestromung unserer Gebäude mit grünem Strom reicht. Dieser Paradigmenwechsel hat großen Einfluss auf die Wahrnehmung und das Ansehen von Arbeitgebern. Mit der Aussage „Wir möchten so spezialisiert und so fair sein wie kein anderes Unternehmen in der Welt der Arbeit“ formulieren wir als Randstad Deutschland unseren Company Purpose, der auch Berücksichtigung in unserer Employer Branding Strategie findet.  Durch die sichtbare und sinnstiftende CSR-Arbeit nehmen wir positiven Einfluss auf die Wahrnehmung unserer Arbeitgebermarke; sowohl am Bewerbendenmarkt, als auch bei unseren Mitarbeitenden.

Zur Person
Hans Christian Bauer
Hans Christian Bauer

Hans Christian Bauer

Director Group Legal & Procurement

Hans Christian Bauer ist Director Group Legal & Procurement bei Randstad Deutschland. Seine Karriere bei Randstad begann der Jurist im Jahr 2000. Er ist zudem im Vorstand des Demographie Netzwerk e.V. ddn, Mitglied im Unternehmensforum, einem Fachforum der Wirtschaft zur Förderung der Inklusion schwerbehinderter Menschen ins Arbeitsleben, sowie der Tarifkommission und des Arbeitskreises Recht des Bundesarbeitgeberverbands der Personaldienstleister.