Die aktuelle Randstad-ifo-HR-Befragung zeigt ein verändertes Lagebild: Nach Jahren, in denen der Fachkräftemangel die Debatte stark geprägt hat, stehen für viele Unternehmen heute kurzfristige wirtschaftliche Belastungen im Vordergrund. Besonders Kosten, Unsicherheit und Auftragslage bestimmen derzeit die Einschätzung der befragten Betriebe.

Die aktuell wichtigsten Belastungsfaktoren für Unternehmen:

  • Hohe Energie-, Material- oder Betriebskosten (63 %)
  • Unsicherheit über die wirtschaftliche Entwicklung (62 %)
  • Schwache Nachfrage / Auftragsrückgang (45 %)
  • Fachkräfte- oder Personalmangel (36 %)
  • Hoher Personal- oder Arbeitsdruck in den Teams (26 %)
  • Störungen in Lieferketten oder Beschaffung (16 %)
  • Keine wesentlichen Belastungen (3 %)
Randstad Infografik zu Belastungen für deutsche Unternehmen
Randstad Infografik zu Belastungen für deutsche Unternehmen

Fachkräftemangel nur überlagert, nicht gelindert

Der Vergleich mit früheren Randstad-ifo-Befragungen zeigt, wie stark die aktuellen Krisen und die anhaltend kritische Wirtschaftslage die Situation der Unternehmen dominieren. In einer Befragung im 4. Quartal 2023 wurde der Fachkräftemangel noch als größte Herausforderung sichtbar: 87 % der befragten Unternehmen sahen darin eine Herausforderung. Damals nannten die Betriebe bürokratische bzw. gesetzliche Hürden (76 %), steigende Energie- und Standortkosten (74 %) und eine schwache Konjunktur (73 %) als weitere Belastungsfaktoren.

Und noch im Vergleichsquartal (Q2) des Vorjahres war der Arbeits- und Fachkräftemangel für 52 % der Betriebe relevanter als ein möglicher Stellenabbau. Nur 9 % der Unternehmen gaben im vergangenen Jahr an, dass ein Abbau von Arbeitsplätzen die größere Sorge darstelle.

 „Die Zahlen zeigen keine Entwarnung beim Fachkräftemangel, sondern eine Verschiebung der akuten Prioritäten“, sagt Henri Viswat, CEO bei Randstad Deutschland und DACH Region. „Viele Unternehmen müssen derzeit vor allem Kosten, Unsicherheit und eine schwächere Nachfrage managen. Der Arbeitskräftemangel tritt aber nur vorübergehend hinter andere Belastungen zurück – und wird spätestens dann wieder stärker spürbar, wenn Aufträge anziehen oder freiwerdende Stellen nicht schnell genug nachbesetzt werden können. Auch das strukturelle Problem des demografischen Wandels bleibt bestehen. Unternehmen brauchen deshalb beides: kurzfristige wirtschaftliche Stabilität und eine Personalplanung, die über die aktuelle Lage hinausdenkt.“

 

Über die Randstad-ifo-HR-Befragung

Die vorgestellten Ergebnisse stammen aus der Randstad-ifo-HR-Befragung, die quartalsweise durch das ifo-Institut im Auftrag des Personaldienstleisters Randstad durchgeführt wird. Sie erschien bisher unter dem Namen Randstad-ifo-Personalleiterbefragung. Die Studie befragt 500 bis 1000 Personalverantwortliche in deutschen Unternehmen unterschiedlicher Größe und Branchen. Die bisherigen Randstad-ifo-HR-Befragungen (bzw. vormals Personalleiterbefragungen) finden Sie auf unserer Webseite. Jetzt Randstad-ifo-HR-Befragungen ansehen.

Zur Person
Portrait Henri Viswat
Portrait Henri Viswat

Henri Viswat

CEO Randstad Deutschland und DACH-Region

Henri Viswat ist seit April 2025 Chief Executive Officer (CEO) bei Randstad Deutschland und verantwortet seit Juli 2026 die DACH Region. Der studierte Wirtschafts-Ökonom begann 2012 seine Karriere im Randstad Konzern als Regional Director Staffing bei der Randstad Tochter Tempo-Team in den Niederlanden. Nach mehreren leitenden Funktionen im Unternehmen wechselte er zu Randstad Polen und war dort von Juli 2021 bis März 2025 CEO.