Aktuelle Arbeitsmarktthemen

Das ifo Institut befragt im Auftrag von Randstad Deutschland regelmäßig etwa 1.000 Personalleiter in Deutschland. Wie entwickelt sich die Nutzung von Flexibilisierungsinstrumenten wie etwa der Zeitarbeit? Zudem werden in wechselnden Sonderfragen aktuelle arbeitsmarktrelevante Fragestellungen untersucht. Die Sonderfragen im dritten Quartal 2020 beschäftigen sich mit den Auswirkungen von Corona auf die Ausbildung in Unternehmen.

Auswertung Sonderfrage: Die Folgen von Corona für die Ausbildung

Die Personalleiter wurden nach ihrer Meinung befragt, welchen Einfluss die Corona-Pandemie auf die berufliche Qualifizierung und Übernahme der Auszubildenden in ihren Unternehmen hat. 39% der ausbildenden Betriebe berichteten von Einschränkungen durch die neuen Arbeitsbedingungen. Dadurch sahen sich 10% von ihnen dazu gezwungen, weniger ihrer Azubis zu übernehmen als geplant. Besonders große Unternehmen (>500 Mitarbeiter) mussten in dieser Hinsicht von ihrer Planung abweichen (22%). 40% der ausbildenden Betriebe haben ebenso viele Ausbildungsstellen im Ausbildungsjahr 2020/2021 Jahr besetzt wie zuvor.

Corona verursacht Wissenslücken bei Auszubildenden

Seit der Pandemie sind Präsenzveranstaltungen problematisch geworden. Das betrifft nicht nur die Arbeitsabläufe, sondern auch die Lernprozesse in der Ausbildung. In 72% der Unternehmen, die durch Corona von betrieblichen Einschränkungen betroffen waren, entstanden Lücken in der Wissensvermittlung für Auszubildende. Diese Wissenslücken konnten in weniger als der Hälfte der Fälle (49%) wieder geschlossen werden. Fast ein Viertel der Unternehmen (23%) bescheinigte seinen Azubis bleibenden Nachholbedarf.

Recruiting von Nachwuchs wird durch Pandemie erschwert

45% der ausbildenden Betriebe in Deutschland beklagen sich über Probleme beim Recruiting von Auszubildenden. Dieser Wert ist seit 2015 leicht angestiegen, von ehemals 39% (Randstad-ifo-Personalleiterbefragung Q3 2015). Mittlerweile bemängelt jedes 10. Unternehmen die Qualität der Bewerber. 14% der Befragten erhalten erst gar keine Bewerbung.

Die Bedeutung von Flexibilisierung im 3. Quartal 2020

Außerdem wird im Rahmen der Randstad-ifo-Personalleiterbefragung ermittelt, welche Flexibilisierungsinstrumente in den befragten Unternehmen zum Einsatz kommen. Die Ergebnisse zeigen, dass nahezu jedes Unternehmen seinen Personalbestand über einen Auf- bzw. Abbau von Überstunden (88%) flexibilisiert. Arbeitszeitkonten (87%) sowie innerbetriebliche Um- bzw. Versetzungen (82%) finden ebenfalls in den meisten Unternehmen Anwendung. Zudem wenden die meisten Unternehmen befristete Verträge (59%) und Minijobs (63%) an, um Flexibilität zu gewinnen. Auch der Einsatz von Zeitarbeitnehmern (41%), das Outsourcen von Angestellten (41%) sowie die Beschäftigung von freien Mitarbeitern (37%) sind verbreitete Flexibilisierungsmaßnahmen. Der Einsatz fast aller Flexibilisierungsinstrumente ist in den letzten Jahren damit annähernd konstant geblieben.

Berichtsband Q3 2020

Der aktuelle Berichtsband zur Randstad ifo Personalleiter-Befragung zum Download.

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