Ihre Rechte als Bewerber Das steht Ihnen zu

Auch als Bewerber sind Sie gesetzlich geschützt. Hier erfahren Sie mehr über Ihre Rechte als Bewerber. Wir geben Ihnen hilfreiche Tipps und Ratschläge vor dem Hintergrund gesetzlich festgelegter Regelungen.

Allgemeine Gleichbehandlung

Ihre Rechte als Bewerber wurden mit dem am 18. August 2006 in Kraft getretenen "Allgemeinen Gleichbehandlungsgesetz" (AGG) gestärkt. Arbeitgeber werden darin verpflichtet, schon im Ansatz jeden Verdacht auf mögliche Ungleichbehandlung auszuschließen.

Die positive Konsequenz aus dem Gesetz: Allen Bewerbern müssen nun unabhängig von bestimmten Merkmalen die gleichen Chancen eingeräumt werden. Gegen Absagen zum Beispiel aus Altersgründen, der Herkunft oder aufgrund des Geschlechts können Bewerber klagen.

Nur durch eine lückenlose und ausführliche Dokumentation des gesamten Auswahlprozesses - von der Vorauswahl bis zu den Bewerbungsgesprächen - kann der Arbeitgeber die Beweggründe seiner Personalentscheidung sachlich begründen und nachvollziehbar machen.

Heikel wird es für Sie, wenn Sie über Eigenschaften verfügen, welche die Chancen für eine Einstellung empfindlich schmälern. So hat der Arbeitgeber selbstverständlich das Recht, ungefragt darauf aufmerksam gemacht zu werden, wenn der Bewerber die vertraglich vereinbarten Tätigkeiten nicht ausüben kann – zum Beispiel wäre ein drogenabhängiger Busfahrer oder eine Krankenschwester mit ansteckender Krankheit unzumutbar. Wer einen Einberufungsbescheid bereits in der Tasche hat, muss dieses ebenfalls ungefragt mitteilen. Ebenso müssen vertragliche Wettbewerbsverbote genannt werden.

Im Bewerbungsgespräch dürfen Sie grundsätzlich dann ausweichen, wenn der Arbeitgeber unzulässige Fragen stellt. Andernfalls würde das Schweigen schon die Antwort vorwegnehmen. Daher haben Sie in diesen Fällen ein Recht darauf, die Unwahrheit zu sagen (lesen Sie dazu: unzulässige Fragen)

Schriftliche Bewerbung

Heutzutage sind Online- oder E-Mail-Bewerbungen Standard. Doch immer noch gibt es einige Unternehmen, die eine schriftliche Bewerbung fordern. Mit einer schriftlichen Bewerbung sind dabei stets Kosten verbunden, die unter anderem durch professionelle Bewerbungsfotos oder auch ansprechende Schnellhefter entstehen. Daher ist es ärgerlich, wenn Ihre Bewerbungsmappe nach der Ablehnung eines Unternehmens nicht zurück gesendet wird. Sollten Sie sich selber dafür entscheiden eine schriftliche Bewerbung einzureichen, muss Ihnen die Bewerbungsmappe nicht zurück geschickt werden. Hat jedoch ihr potenzieller Arbeitgeber Sie dazu aufgefordert, ist dieser verpflichtet Ihnen Ihre Bewerbung zurückzusenden.

Bei wichtigen Unterlagen (zum Beispiel Gesundheitszeugnisse und Führungszeugnisse) sollten Sie sich das Zurückverlangen bei Ablehnung vorbehalten. Wenn Sie die Wahrscheinlichkeit der Rücksendung noch erhöhen wollen, legen Sie der Bewerbung einen frankierten und adressierten Rückumschlag bei.

 

Profitipp

Werden Sie zu Ihrem Dokumentator!

Auch Sie als Bewerber müssen im Konfliktfall Indizien vorlegen, aus denen sich schließen lässt, dass die Nichtberücksichtigung ihrer Bewerbung auf einem Diskriminierungstatbestand beruht. Daher sollten Sie den kompletten Schriftverkehr mit dem Unternehmen aufheben, sich den Eingang der Bewerbungsunterlagen schriftlich bestätigen lassen, Gedächtnisprotokolle von Telefonaten mit dem Unternehmen anfertigen und auch das Bewerbungsgespräch sorgfältig dokumentieren.

Erstattung der (Fahrt-)Kosten

Sobald ein Arbeitgeber Sie zu einem persönlichen Vorstellungsgespräch einlädt, hat dieser die notwendigen Kosten (Fahrtkosten mit öffentlichen Verkehrsmitteln, gegebenenfalls auch Übernachtungskosten) zu erstatten. Flugkosten werden jedoch nur nach vorheriger Zusage des Arbeitgebers ersetzt.

Prizipiell ist es allerdings immer ratsam sich vorher mit dem Personalverantwortlichen in Verbindung zu setzten. So können Streitigkeiten über die Höhe der Ausgaben vermieden werden und Sie können Ihre Anfahrt dementsprechend entspannt planen.