Typische Fragen im Vorstellungsgespräch

Hier finden Sie typische Fragen, die so oder so ähnlich häufig in Vorstellungsgesprächen gestellt werden. Auf diese Fragen sollten Sie also am Besten gute Antworten haben – Wir zeigen Ihnen, wie diese Antworten aussehen können!

Übung macht den Meister!

Jedes Vorstellungsgespräch findet unter ziemlich klar definierten Rahmenbedingungen mit relativ vorhersehbaren Inhalten statt. Das macht es meist einfach, sich auf die Gesprächssituation einzustellen. Probieren Sie doch diese Übung aus, um an Sicherheit zu gewinnen:

  1. Spielen Sie verschiedene Frage-Antwort-Muster durch.
  2. Sammeln und erproben Sie Pro-Argumente, gerade auch für Ihre schwächeren Seiten.
  3. Üben Sie mit einem Freund oder Vertrauten, wie Ihre Argumente ankommen.

Glauben Sie nicht, dass Sie durch diese Übung Ihre Spontanität verlieren. Ganz im Gegenteil: Sie gewinnen an Geläufigkeit, Wendigkeit und Improvisationsvermögen. Dann kommen Sie mit allen Fragen zurecht, auch mit den Unvorhergesehenen. Und die wird es immer geben.

 

Profitipp

Bereiten Sie sich auf die häufigen Fragen vor, aber nutzen Sie die Antwortvorschläge nicht als Vorlage zum Auswendiglernen, sondern als Muster, dass Sie Ihren Sprachgewohnheiten, Ihrem Temperament, Ihrer Persönlichkeit und der Situation anpassen.  Sie sollten sich durch Ratgeber und Formulierungshilfen nie verleiten lassen, Ihre Individualität aufzugeben.

18 typische Fragen und gute Antworten

1. Warum haben Sie sich gerade bei unserem Unternehmen beworben?

Schlechte Antwort: "Ich habe zufällig die Stellenanzeige gelesen/im Internet gesehen." 
Gute Antwort: "Ich habe mich ausführlich über interessante Arbeitgeber informiert. Die Struktur Ihres Unternehmens kommt meinen bisherigen Erfahrungen in abteilungsübergreifender Projektarbeit sehr entgegen. Und ich habe von einem Bekannten, der hier ein Praktikum gemacht hat, sehr viel Positives über das Betriebsklima gehört. Das ist mir wichtig."

2. Was sind Ihre beruflichen Ziele in den nächsten drei Jahren?

Schlechte Antwort: "Ich möchte gern Abteilungsleiter werden." 
Gute Antwort: "Ich möchte mich weiter entwickeln. Ich habe ja bisher überwiegend im Bereich … gearbeitet und will diese Kenntnisse erweitern. Da ich bei Ihnen auf meinen bisherigen Tätigkeiten als … aufbauen kann, möchte ich umfassendere Kompetenzen und Verantwortungsbereiche übernehmen.

3. Wo wollen Sie in acht bis zehn Jahren stehen?

Schlechte Antwort: "Das weiß ich nicht."
Gute Antwort: "Das ist ein langer Zeitraum. Da ich gerne Schritt für Schritt vorgehe, kann ich meine Position in zehn Jahren nur sehr allgemein angeben. Ich möchte in jedem Fall gern

  • meine Kenntnisse in … erweitern.
  • mich zum … weiterbilden und den Abschluss als … machen.
  • mehr Führungsverantwortung übernehmen.
  • einen Auslandsaufenthalt absolviert haben, um mich auf größere Verantwortungsbereiche als … vorzubereiten.
4. Was würden Freunde, Kollegen oder Vorgesetzte als Ihre beste Eigenschaft beschreiben?

Schlechte Antwort: "Ich höre nicht darauf, was andere über mich sagen." 
Gute Antwort: "Sie würden mich als engagierten und zuverlässigen Menschen beschreiben, der interessiert und offen durch das Leben geht. Meine Freunde fragen oft nach meiner Meinung und sie wissen, dass ich mit Dingen, die sie mir anvertraut haben, vertraulich umgehe. Deshalb denke ich, dass meine Freunde mich als einen zuverlässigen Menschen beschreiben würden."

5. Warum sollten wir uns gerade für Sie entscheiden?

Schlechte Antwort: "Ich bin der Beste, den Sie kriegen können."
Gute Antwort: "Weil meine bisherige berufliche Entwicklung mich darauf vorbereitet hat, die Aufgaben der ausgeschriebenen Position gut zu erfüllen. Ich verfüge über Kenntnisse in … und 

  • habe bereits in entsprechenden Projektteams mitgearbeitet.
  • kenne mich aufgrund meiner Tätigkeit als … gut in Ihrer Branche aus.
  • habe schon im Studium bei … mitgearbeitet.
  • habe in meinem Praktikum bei … ein ähnliches Projekt betreut."
6. Welches konkrete Arbeitsumfeld benötigen Sie?

Schlechte Antwort: "Ich bin sehr lärmempfindlich. Ich will ganz in Ruhe meine Aufgaben bearbeiten und brauche deshalb einen Büroraum für mich."
Gute Antwort: "Ich brauche eine gute Einbindung in die Informationswege im Unternehmen und viel Austausch mit erfahrenen Kollegen. Darum freue mich, dass bei Ihnen viel in Projektteams gearbeitet wird." 

7. Wann ist Teamarbeit für Sie effizient?

Schlechte Antwort: "Sehr selten. Eigentlich wird in Teams viel zu viel mit viel zu wenig Ergebnis geredet."
Gute Antwort: "Unter Teamarbeit verstehe ich, dass jeder seine spezielle Kompetenz einbringt, um gemeinsam eine berufliche Aufgabe zu lösen. Teamarbeit ist für mich dann effizient, wenn Meetings gut vorbereitet werden, der Ablauf strukturiert ist und das Ziel nicht aus den Augen verloren wird."

8. Wie gehen Sie mit Konfliktsituationen um?

Schlechte Antwort: "Ich gehe ihnen aus dem Weg."
Gute Antwort: "Ich versuche, sie zu lösen. Wenn ich nicht an dem Konflikt aktiv beteiligt bin, biete ich mich als Mittler an. Der erste Schritt ist für mich immer das Gespräch mit allen Beteiligten. Wenn ich eine der Konfliktparteien bin, forsche ich zuerst nach den Ursachen - auch selbstkritisch bei mir. Vielleicht gibt es ein sachliches Problem, vielleicht sind es persönliche Spannungen. In jedem Fall versuche ich, eine Lösung zu finden, die für alle akzeptabel ist."

9. Was war Ihr bisher größter Misserfolg und wie sind Sie damit umgegangen?

Schlechte Antwort: "Die Kündigung meines letzten Arbeitsgebers. Sie war völlig unberechtigt, auch wenn es dem Unternehmen damals nicht so gut ging. "
Gute Antwort: "Wichtig ist, dass man wieder aufsteht, wenn man einmal hingefallen ist. Jeder muss einmal eine Niederlage verarbeiten. Ich messe Menschen daran, wie sie diese bewältigt haben." (Einen konkreten Misserfolg nennen Sie erst auf nochmalige Nachfrage).

10. Was sollte an Ihrem neuen Arbeitsplatz in jedem Fall anders sein als an Ihrem alten?

Schlechte Antwort: "Ich will nicht wieder die gleichen stupiden Routinearbeiten machen müssen."
Gute Antwort: "Ich möchte mehr Gestaltungsmöglichkeiten haben und hoffe, die nächsten beruflichen Entwicklungsschritte in Ihrem Unternehmen zu machen."

11. Warum haben Sie Ihren Beruf gewählt?

Schlechte Antwort: "Ehrlich gesagt hatte ich keine konkrete Vorstellung. Bei der Berufsberatung haben sie gesagt, dass hier noch Ausbildungsplätze frei sind."
Gute Antwort: "Ich habe mich schon bei einem Schulpraktikum für … interessiert. Ich habe dann lange nach einem Ausbildungsplatz suchen müssen. Aber schon während der Ausbildung bei … wusste ich, dass diese Tätigkeit zu mir passt."

12. Warum haben Sie … studiert?

Schlechte Antwort: "Meine Eltern haben mir dazu geraten, weil mein Onkel auch schon dieses Fach gewählt hatte."
Gute Antwort: "Nach dem Abitur habe ich mich beraten lassen. Der Beruf als … bietet gute Beschäftigungsmöglichkeiten. Meine Praktika haben mich in meiner Studienwahl bestätigt." 

13. Was haben Sie sich denn so als Gehalt vorgestellt?

Schlechte Antwort: "Also ich möchte in jedem Fall so viel verdienen wie in meiner letzten Beschäftigung."
Gute Antwort: Mir geht es um die mit der Position verbundenen Chancen. Zudem weiß ich, wo meine Kompetenzen liegen, für diese möchte ich marktüblich und leistungsgerecht entlohnt werden. Ich glaube, wenn ich die geforderte Leistung bringe, dass man dann zu gegebener Zeit auch über Leistungszulagen sprechen kann."

14. Welche Aufgabenschwerpunkte erwarten Sie in der neuen Position?

Schlechte Antwort: "Ich mache, was man mir sagt." 
Gute Antwort: "Ich werde mich zunächst gründlich informieren, auch im Gespräch mit Kollegen, und dann auf Basis dieser Analyse versuchen, eigene Schwerpunkte zu setzen. Meine bisherigen Tätigkeiten haben mich darauf vorbereitet, umfassendere Verantwortung zu übernehmen."

15. Wie stellen Sie sich Ihren Einstieg bei uns vor?

Schlechte Antwort: "Das werden Sie sicherlich für mich regeln." 
Gute Antwort: "Aufgrund meiner bisherigen Tätigkeiten kann ich sicherlich einige Arbeiten gleich in Angriff nehmen. Auf der anderen Seite möchte ich mich natürlich auch auf neue Aufgaben vorbereiten. Es wäre schön, wenn ich einen Ansprechpartner hätte, der mir bei Fragen weiterhelfen kann.

16. Was machen Sie für Ihre eigene Weiterbildung?

Schlechte Antwort: "Ich konnte Ihr Weiterbildungsangebot leider noch nicht lesen." 
Gute Antwort: "Ich habe mich in den letzten Jahren in Abendkursen zum … weitergebildet. Es wird auch sicher in der neuen Position Weiterbildungsbedarf geben. Sobald ich ihn konkret beschreiben kann, würde ich gern darüber sprechen, welche zeitlichen Lösungen es dort gibt. Natürlich bin ich bereit, auch Freizeit dafür einzusetzen.

17. Was war Ihr bisher größter Erfolg?

Schlechte Antwort: "Der Erwerb der Platzreife in meinem Golfclub." 
Gute Antwort: "Die Auszeichnung als bestes Team beim letztjährigen Teamwettbewerb in unserem Unternehmen. Wir haben eine Reise nach Rom gewonnen und diese Tage sehr genossen."

18. Was vermissen Sie an Ihrer derzeitigen Position?

Schlechte Antwort: "Eigentlich nur mehr Geld." 
Gute Antwort: "Die mittelfristige Perspektive. Es gibt kaum Aufstiegsmöglichkeiten und das Unternehmen hat sich sehr auf eine Marktnische fokussiert, die nur teilweise zu meinen beruflichen Qualifikationen passt."

Es gibt auch ein paar allgemeine Regeln für kommunikatives Verhalten. Diese sollten Sie im Vorstellungsgespräch auf jeden Fall beachten:

  1. Hören Sie genau zu, was Ihr Gegenüber sagt. Unterbrechen Sie Ihren Gesprächspartner nicht.
  2. Antworten Sie möglichst kurz und präzise, aber höflich auf Fragen. Beschränken Sie sich auf das Wesentliche.
  3. Wittern Sie nicht immerzu eine Falle. Sie müssen sich nicht rechtfertigen. Sie sind schließlich zu dem Vorstellungsgespräch eingeladen worden, weil Ihr Lebenslauf Ihrem Arbeitgeber zugesagt hat. Der Arbeitgeber hat ein Interesse, Sie als Mitarbeiter zu gewinnen.