Der Stresstest für die Wirtschaft hält an. Die Corona-Pandemie führt uns die Stärken und Schwächen unserer Wirtschaft und Gesellschaft vor Augen, erklärt Bundeskanzlerin Angela Merkel beim virtuellen Weltwirtschaftsforum 2021. 

Den Einsatz der Menschen nennt die Kanzlerin als größte Kraft Deutschlands bei der Bewältigung der Krise. Mangelnde Schnelligkeit und fehlende digitale Infrastrukturen zählen jedoch zu den Schwachpunkten, die es zu überwinden gilt. Auch der französische Präsident Emmanuel Macron betont, dass die Pandemie vor allem verdeutlicht, wie fragil Organisationen und Länder sein können. Doch wie ist die Situation in der deutschen und französischen Industrie?

Randstad Infografik

Im Vergleich: Deutsche Industrieunternehmen widerstandsfähiger

Eine aktuelle Randstad Studie bescheinigt den Industrien beider Länder eine hohe Belastbarkeit. Dieses Ergebnis beruht auf der Ermittlung eines sogenannten Resilienz-Index, der fünf wichtige Säulen der Stabilität bemisst: 

  • das Niveau der Vorbereitung, 
  • Engagement der Arbeitnehmer, 
  • Wettbewerbsfähigkeit, 
  • Strategie und 
  • Innovation. 

Das Ergebnis: Die deutsche Industrie erzielt mit 81 von maximal 100 Punkten einen soliden Gesamtwert – und wird damit als widerstandsfähig eingestuft. Frankreich erreicht 74 Punkte und liegt damit knapp dahinter. 

„Die gesamte Bundesrepublik profitiert von der hohen Belastbarkeit deutscher Industrieunternehmen“, sagt Richard Jager, CEO von Randstad Deutschland. „Dass die Konjunkturprognosen für 2021 in Deutschland deutlich positiver ausfallen als erwartet, ist zu einem großen Teil der Industrie zu verdanken. Wie flexibel Unternehmen und vor allem Mitarbeiter die gesteigerten Anforderungen in der Corona-Krise handhaben, ist ausschlaggebend für den Erfolg. Was Arbeitnehmer hier leisten, verdient größten Respekt.“

Deutsche Industrie setzt auf engagierte Mitarbeiter, französische auf Innovationen 

Wie aus der genaueren Betrachtung des Resilienz-Index hervorgeht, ist die engagierte Belegschaft ein großer Pfeiler der Widerstandsfähigkeit deutscher Industrieunternehmen (83 Punkte). Auch die gute Vorbereitung auf die zweite Corona-Welle trägt einen wichtigen Teil dazu bei (83 Punkte). Lediglich im Bereich Innovation fühlen sich deutsche (71 Punkte) den französischen Industrieunternehmen (78 Punkte) unterlegen. 

„Die deutsche Industrie setzt bei der Bewältigung der Krise eher auf ihre klassischen Stärken“, sagt Richard Jager. „Doch sind die Entwicklungen im Nachbarland Frankreich nicht zu vernachlässigen. So hat die Hälfte der kleineren und mittleren Unternehmen laut einer Umfrage des Beratungsunternehmens Rexecode in der Krise ein Digitalisierungsprojekt gestartet. Auf lange Sicht könnte sich dadurch ein großer Vorteil für die französische Industrie ergeben. Hier hat Deutschland klar Nachholbedarf.“

 

Über die Studie

Das Marktforschungsinstitut OpinionWay führt seit 2017 einmal im Jahr eine Befragung zur Wettbewerbsfähigkeit von französischen und deutschen Industrieunternehmen im Auftrag von Randstad Inhouse Services durch. Die Unternehmensvertreter werden dabei unter anderem nach ihren Einschätzungen zur eigenen Wettbewerbsfähigkeit und der des Nachbarlandes befragt. Die zugehörigen Berichtsbände zum kostenlosen Download finden Sie in unseren Pressedownloads.

Zur Person
Richard Jager

Richard Jager

CEO Randstad Gruppe Deutschland

Richard Jager ist seit 1. September 2017 Mitglied der Geschäftsführung der Randstad Gruppe Deutschland. Seine Karriere begann als Consultant und im Management bei Randstad Holland. Als Geschäftsführer bei Randstad Schweiz positionierte er das Unternehmen als umfassenden HR-Dienstleister und Arbeitsmarktexperten. Strategische Geschäfts-, HR- und Talentfragen gehören außerdem zu seinem Themenfokus.